Erster Eindruck von meinem WeTab

Seit dem 25.09. besitze ich nun ein WeTab. Ich habe das “große” WeTab mit 32GB und 3G. Nach der ersten Einrichtung, bei der die Inbetriebnahme des WLAN etwas problematisch war, habe ich das WeTab gestern Abend mehrere Stunden lang ausprobiert und mir einen aller ersten Eindruck vom WeTab verschafft.

Natürlich ist so ein erster Eindruck immer etwas subjektiv. Insbesondere, wenn dieser erste Eindruck von jemandem beschrieben wird, der selbst eine Menge Geld für so ein Spielzeug ausgegeben hat. Gerne werden dann bestimmte Dinge etwas rosiger gesehen, da man sich evtl. nicht eingestehen will, einen Fehlkauf getätigt zu haben.

Trotzdem versuche ich und werde das auch bei den weiteren Artikeln dieses Blogs versuchen einzuhalten, möglichst objektiv zu berichten. Man sollte aber auch bedenken, dass ich durch mein iPad wahrscheinlich ein wenig verwöhnt bin. Andererseits habe ich direkt einen Vergleich, wie gut man insbesondere die Bedienung eines Tablet PCs gestalten kann.

Mein WeTab 32GB/3G

In diesem Sinne versuche ich nun direkt nach den ersten Teststunden einen Erfahrungsbericht abzugeben. Denn jetzt ist der erste Eindruck noch ganz frisch. In ein paar Tagen hat man sich ggf. an die eine oder andere Macke gewöhnt und bemerkt diese gar nicht mehr so bzw. nimmt sie anders wahr.

Mir ist bewusst, dass ich mit solchen Beiträgen die schlimmsten Diskussionen hervor rufen kann. Man muss sich ja nur zum Teil die Facebook Beiträge ansehen. Aber dafür schreibe ich ja auf diesem Blog. Ich stelle mich gerne der Diskussion und freue mich auf Kritik jeder Art (notfalls kann ich ja löschen, was mir nicht gefällt ;-) ).

Grundsätzliche Handhabung des WeTab / Touch Screen

Grundsätzlich liegt das WeTab ganz gut in der Hand und lässt sich mit der Daumennavigation sehr gut bedienen. Störend ist tatsächlich das Gewicht von etwa 1kg. Das WeTab lässt sich eigentlich nicht mit einer Hand tragen.

Manchmal wird dies aber benötigt. Zum Beispiel, wenn man Text über die Tastatur erfassen möchte. Dies geht also eigentlich nur, wenn man das WeTab irgendwie abgelegt hat. Allerdings hält man aus meinen Erfahrungen ein solches Gerät auch eher selten freihändig. Irgendwo hat man es immer abgelegt.

WeTab mit der Auswahl geöffneter Fenster

Der Touchscreen lässt sich gut bedienen, folgt der Bedienung allerdings nicht immer so gut, wie ich es vom iPad kenne. Dafür ist die Daumennavigation eine tolle Idee. Hier ist mir nur bei sehr langen Internetseiten die Steuerung über den linken Daumen etwas ungenau. Dies liegt wahrscheinlich an dem Verhältnis zwischen der Größe des Navigationsbereichs und der Größe der Internetseite.

Der Bildschirm macht auch einen sehr guten Eindruck. Texte lassen sich gut lesen und auch das Ansehen von Fotos und Filmen macht Spaß. Leider gilt dies nicht für jeden Betrachtungswinkel. Wie die meisten Tablet PCs oder Smartphones hört der Lesespaß auf, wenn die Sonne zu sehr scheint. Das WeTab spiegelt auch hierbei deutlich.

Der Bewegungssensor zur Drehung des Bildschirms bedarf meiner Einschätzung nach noch einiger Optimierungen. Bis der Bildschirm z.B. den Browser hochkant darstellt, erlebt man des öfteren ein kleines Flackerfeuerwerk. Hier ist das WeTab noch ganz weit weg, vom iPad.

Auch das Vergrößern von Seiten mit dem “Doppeltippen” ist noch nicht optimal. Bei Internetseiten mit viel Inhalt gibt es hier eine merkliche Verzögerung. Dann weiß man immer nicht, ob die Funktion noch läuft oder ob man nicht richtig getippt hat.

Noch eine kleine Anmerkung zur Daumennavigation. Verwendet man ein Programm, welches nicht Touch-optimiert ist, dann muss man bei der Bedienung der rechten Scrollleiste des Programms ein wenig aufpassen. Schnell landet man in der rechten Daumennavigation und befindet sich entweder auf der Pinwand oder hat den Browser gestartet.

Die Tastatur des WeTab

Die Tastatur des WeTab finde ich wirklich gelungen. Das Tippen von Text geht damit recht gut. Ich denke, dass man auch längere Texte gut über das WeTab erfassen kann. Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich die Großschreibung der ersten Buchstaben.

WeTab Tastatur

Hier muss man sich daran gewöhnen, dass man die “Hochstell-Taste” nicht gleichzeitig mit dem Buchstaben antippen darf. Regelmäßig fehlte bei mir der erste Buchstabe und der zweite Buchstabe wurde dann groß geschrieben. Daran gewöhnt man sich aber schnell.

Ein Manko gibt es jedoch bei der Tastatur. Die Auswahl der Sonderzeichen ist etwas eingeschränkt. Ganz besonders hat mich gestört, dass kein “%” zu finden war. Dies ist für mich insofern problematisch, als dass ich dieses Zeichen in meinen Passwörtern gerne verwende.

Hier hilft zunächst nur der Umweg über OpenOffice. Über das Menü fügt man das gewünschte Sonderzeichen ein, kopiert es und kann es dann in einem anderen Programm verwenden. Dieses Problem sollte aber dringend abgestellt werden.

Schön ist auch, dass man die Tastatur nach oben und unten verschieben kann. Nicht so glücklich finde ich den Umstand, dass die Tastatur im “Hochkantmodus” nicht zur Verfügung steht. Damit ist dieser Modus nur eingeschränkt nutzbar.

Der Lüfter des WeTab

Eines der wohl meist diskutierten Hardwareteile des WeTab ist dessen Lüfter. Erfahren hat man von diesem Bauteil erst, als die Vorserienmodelle getestet wurden. Etwas irritiert war auch ich, dass ein solcher Lüfter in einem Tablet PC verbaut ist. Meiner Meinung nach sollte die Hardware so ausgelegt werden, dass ein aktiver Lüfter nicht notwendig ist.

Nun denn, das WeTab hat nun diesen Lüfter. Zu Beginn ist er mir kaum aufgefallen und ich musste mir das WeTab in die Nähe des Ohrs halten, um ihn zu hören. Läuft das WeTab jedoch eine Weile und nutzt man es intensiv, dann wird der Lüfter immer deutlicher hörbar.

Zusätzlich wird das Gerät auch immer wärmer. Am unteren Rand des WeTab sind zwar  recht große Lüftungsschlitze (bzw. Lautsprecheröffnungen), so dass eigentlich ausreichend Luft einströmen könnte. Nutzt man das WeTab aber so wie ich, nämlich auf der Couch sitzend und auf dem Schoß abgelegt, sind diese Schlitze in der Regel nicht mehr frei.

Wärme und Lüftergeräusch befinden sich meiner Meinung nach am Rande des Erträglichen. Wenn man die bisherigen Berichte gelesen hat, so gibt es hier scheinbar aber auch unterschiedliche Ausprägungen. Ich werde das mal eine Weile beobachten und ggf. mal den Support einschalten.

Der Lautsprecher des WeTab

Der Lautsprecher des WeTab ist eigentlich ganz in Ordnung. Es ist ja schließlich keine HiFi Anlage. Etwas mehr Bass hätte ihm aber noch besser getan. Tablet PCs haben natürlich insgesamt ein Problem gemeinsam. Die Frage ist, wo man die ganzen Anschlüsse, Bedienelemente, Lautsprecher usw. unterbringt.

WeTab InfoMenü

Auch beim WeTab ist der Lautsprecher eigentlich nicht optimal untergebracht. Wenn man das Gerät sitzend auf dem Schoß abstellt, wird der Lautsprecher verdeckt. Leider kann man das Gerät auch nicht umdrehen, dann wäre zwar der Lautsprecher frei, aber der Lüfter wird verdeckt.

Was ich zu Beginn vermisst habe, war die Möglichkeit, die Lautstärke am Gerät zu verstellen. Die Einstellung hierzu findet man im “Infomenü” auf der rechten Seite. Das geht zwar ganz gut, aber eine physikalische Bedienung in Form eines Drehrad oder von Tasten hätte mir besser gefallen.

Der Akku des WeTab

Zum Akku kann ich eigentlich noch nicht wirklich fundierte Aussagen machen. Zu Beginn habe ich das WeTab zu etwa 75% aufgeladen und dann etwa 3 bis 4 Stunden damit herum gespielt. Nachdem ich gestern Abend den Akku aufgeladen habe, habe ich heute noch nicht soviel damit gearbeitet. Trotzdem ist der Akku jetzt schon bei 50% und hat in der Nacht im Standby ca. 8% verloren.

Ich schätze, das der Akku, je nach Verwendung und Einstellung der Helligkeit, zwischen ca. 4 und maximal 6 Stunden hält. 4 Stunden wäre mir aber schon fast zu wenig. Auch das werde ich in den nächsten Tagen weiter beobachten.

Sonstiges

Beim Testen des WeTab ist mir Zwischendurch aufgefallen, dass mir die Anzeige der Uhrzeit fehlt. Diese ist auch im “Infomenü” versteckt. Auch weitere Statusinformationen wie z.B. die Netzwerkstärke werden nur über das “Infomenü” angezeigt.

Ansonsten muss ich gestehen, dass die aktuelle Auswahl an Programmen mehr als dürftig ist. Hier muss schnell nachgebessert werden. Denn der beste Tablet PC – von dem das WeTab noch einiges weg ist – kommt nicht ohne Apps aus. Tatsächlich gibt es im Moment einige “Apps”, die nur den Link zu einer Internetseite aufbauen. Solche Apps kann man sich sparen, füllen aber natürlich den Store.

Beim Browser, der schon über die Daumennavigation bedient werden kann, fehlen mir aktuell gewohnte Dinge wie Tabs oder ähnliches sowie eine Autovervollständigung von URLs. Autovervollständigung fehlt übrigens komplett, auch bei der Eingabe von Text.

Die Nutzung von SD-Karten und USB-Sticks scheint problemlos zu funktionieren. USB-Stick eingesteckt und schon erscheint auf der linken Seite ein kleines Menü zur Nutzung des Stick.

Fazit

Das WeTab ist, bis auf einige aktuelle Macken, ein durchaus gelungenes Gerät. Die Daumenbedienung finde ich ganz interessant und für die Größe des WeTab und insbesondere für das Gewicht, eine optimale Bedienmöglichkeit.

Nicht sehr glücklich bin ich im Moment mit der Touch Steuerung insgesamt und was aus meiner Sicht zurzeit noch eine Katastrophe ist, ist das Drehen des WeTab und der entsprechende Seitenaufbau.

WeTab Market

Gewicht, Lüftung und Wärmeentwicklung sind meiner Meinung nach grenzwertig. Das Thema Apps ist, freundlich ausgedrückt, auch noch sehr stark Verbesserungswürdig. Hier hoffe ich auf den Android Market, der wohl in der nächsten Woche kommen soll.

Alles in allem muss man sagen, dass das WeTab im aktuellen Zustand kein Tablet PC für jemanden ist, der ein Gerät sucht, welches man anschaltet und einfach loslegt. Dafür hat das WeTab im Moment noch zu viele Probleme und nicht die richtigen Apps. Es ist also kein Tablet PC für die Großmutter, die vielleicht auch mal das Internet kennen lernen will.

Wer sich aber darauf einlässt, ein Tablet PC zu bekommen, dessen Konzept zwar sehr gut ist, die Umsetzung aber noch ein paar Haken hat, der sollte die Entwicklung des WeTab auf jeden Fall verfolgen. Aus meiner Sicht gibt es im Moment kein ähnliches Tablet, was mir die Möglichkeiten und die Vielfalt des WeTab liefert.

Bei mir wird das WeTab sicherlich mein Netbook ersetzen. Allerdings hoffe ich, dass die aktuellen Mängel schnell behoben werden und die Bedienung und die Benutzerführung noch ein wenig optimiert wird.

Wenn ich noch mehr Erfahrungen gesammelt habe, werde ich natürlich regelmäßig darüber berichten.

So nun noch die Videos, die bei der Ersteinrichtung und Installation meines WeTab entstanden sind. Noch nicht professionell, aber ich lerne jeden Tag ein wenig mehr dazu, was ich bei meinen Videos beachten muss. So versuche ich demnächst deutlicher und lauter zu sprechen ;-) .

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8 Antworten auf Erster Eindruck von meinem WeTab

  1. Yoshi sagt:

    Hallo,
    vielen Dank für den anscheinend wirklich objektiven Bericht. Ich spiele jetzt schon länger mit dem Gedanken, mir ein Tab / Pad zu kaufen. Ich habe ein HD2 und eigentlich sind ale meine Anforderungen damit abgedeckt (wenn da nicht der “haben-will-Faktor” wäre). Wofür genau benutzt Du das Tablett und würdest Du dich für diese Anforderungen eher für ein iPad oder das WeTab entscheiden (Du hast ja den direkten vergleich :-) )
    Ich denke, mit den Schwächen des WeTab könnte ich lesen – vor allem weil diese ja durch Updates verbessert werden sollen.

    Besten Dank nochmal

    Yoshi

    • Jürgen sagt:

      Also ich habe mein iPad in der Vergangenheit in erster Linie dazu genutzt im Internet zu surfen, Twitter und RSS-Feeds mit entsprechenden Apps, wie in einem Magazin zu lesen und spiele auch mit dem Gedanken, Zeitungen und Magazine – soweit sie verfügbar sind – über einen Tablet PC zu lesen. Weiterhin ist mein iPad in letzter Zeit immer mein Reisebegleiter gewesen, damit ich unterwegs ins Internet komme, evtl. Artikel für meine Blogs schreiben kann und natürlich meine Mailkonten im Blick zu haben. Was mir besonders im Urlaub gefehlt hat, ist die Möglichkeit Bilder über eine SD-Karte auf mein iPad zu bringen und damit direkt ein paar Blogartikel zu bereichern. Hier bietet das WeTab deutlich mehr Möglichkeiten.

      Bevor ich ein iPad hatte, habe ich immer mein Netbook mit in den Urlaub genommen. HIer habe ich ab und zu auch an Internetseiten gebastelt oder Themes für meine Blogs entwickelt. Mit dem iPad ist das nicht möglich, da man nicht einfach z.B. einen Apache Server installieren kann. Mit dem WeTab müsste auch das – evtl. über den Expertenmodus – möglich sein. Wenn man die Schnittstellen, die einem ein WeTab bietet nicht zwingend benötigt und auch auf eine Webcam – zum Beispiel für Videotelefonie – verzichten kann, dem würde ich aktuell wahrscheinlich eher zu einem iPad oder demnächst zu entsprechenden Android Tablets raten.

  2. Herbert sagt:

    Hallo,
    endlich mal ein Bericht mit dem man was anfangen kann!
    Eine Frage hätte ich aber noch. Und zwar zum Display
    Du schreibst bei Sonne hört es sich auf?
    Wie genau hört es sich auf? Schlecht lesbar oder gar nicht mehr?
    Kann man damit z.B. am Strand e-books lesen oder kannst das komplett vergessen?
    Wie schauts bei Kunstlicht aus? Zeitung lesen im Hallenbad möglich?
    Mein Lap gibt da ja total auf. Sobald Sommersonne ins Spiel kommt siehst gar nichts mehr!
    Danke für deinen Bericht!

    • Jürgen sagt:

      So richtig konnte ich das WeTab noch nicht mit Sonneneinstrahlung testen. Wenn man aber sieht, wie der Monitor spiegelt, wird es ähnlich sein, wie mit dem iPad.Funktioniert nur im Schatten und wenn man mit der Helligkeit ein wenig spielt. E-Book Reader sind da deutlich besser.

  3. Dieter sagt:

    Aus meiner Sicht ein objektiver Bericht über das WeTab. Kompliment an den Verfasser. Auch ich habe das iPad. Jedoch für bestimmte Aufgaben stößt man damit an seine Grenzen. Deshalb werde ich mir eventuell da WeTab holen. Gibt es bereits Erfahrungen zum Drucken?

  4. Thom sagt:

    Kukuk,

    oMann eine Menge Lesestoff. Würdest du das Pad empfehlen um es in eine Küchenschranktür einzubauen oder gibt es altenativen ?
    Thema Rezepte, mails Messenger usw ?

    Habe mich damit noch gar nicht befasst.

    • Jürgen sagt:

      Zu möglichen Apps kann ich noch nicht viel sagen. Für einen Einbau des WeTab in eine Schranktür sehe ein Problem. Der Ein-/Ausschalter befindet sich auf der Rückseite. Auch der Anschluss des Netzteils dürfte etwas problematisch sein.

  5. Pingback: ‘In Other Ultra-Mobile News…’ October 1st | UMPCPortal - Handhelds, Tablets, UMPCs and Netbooks

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