App der Woche – Stellarium

Wie versprochen gibt es heute die erste Vorstellung eines Programms als “App der Woche“. Die ganze Woche hatte ich schon überlegt, mit welchem Programm ich denn nun anfangen soll. Das erste Programm sollte möglichst ein App aus dem WeTab Store sein. Also ein Programm, welches man ohne Mühe installieren kann.

Allerdings wollte ich kein Standardprogramm wie Mail, Open Office, Kalender usw. vorstellen, da sie wahrscheinlich schon ausreichend bekannt sind. Links auf Browserseiten oder einfache Widgets sollten es bei der ersten Vorstellung auch nicht sein. Sehr viel Auswahl hatte ich dann eigentlich nicht mehr.

Glücklicherweise gibt es aber mit Stellarium ein durchaus interessantes App, welches ich euch nun heute im Premierenartikel präsentiere.

Kurzbeschreibung

Stellarium auf dem WeTab

Stellarium ist ein Programm, welches quasi ein Planetarium simuliert. Das Programm zeigt den Himmel mit über 600.000 Himmelskörpern, wie man ihn zum Beispiel mit einem Fernglas, Teleskop oder sogar mit dem bloßen Auge betrachten kann.

Die Anzeige erfolgt in Echtzeit. Über diverse Einstellungen kann man definieren, von wo und in welchen Winkeln man den Himmel betrachtet.

Im WeTab Market wird das Programm aktuell mit der Version 1.1 ausgewiesen. Die entsprechende Linuxversion hat jedoch laut Stellarium-Seite die Version 0.10.2. Diese Versionsnummer wird auch beim Start des Programms angezeigt.

Ein paar Merkmale von Stellarium sind:

  • Sternbilddarstellungen aus zwölf verschiedenen Kulturkreisen
  • Bilder von Nebeln
  • Planeten und ihre Satelliten
  • Benutzerschnittstelle zur Nutzung in Planetarien und Darstellung in Kuppeln
  • Simulation von Sonnen- und Mondfinsternis

Detaillierte Infos bekommt man auf der Internetseite von Stellarium oder auf den entsprechenden Wiki-Seiten.

Applikationsart und Installationsart

Stellarium lässt sich einfach aus dem WeTab Store installieren. Auf der Pinnwand wird ein Icon für den Aufruf des Programms installiert.

Bei dem Programm selbst handelt es sich um ein Linuxprogramm. Experten könnten sich also auch die Sourcen besorgen und das Programm selbst auf dem WeTab übersetzen.

Funktionsumfang

Wie bereits oben schon angedeutet, bietet Stellarium umfangreiche Funktionen zur Anzeige von Sternen, Planeten, Nebeln und anderen Himmelskörpern.

Hierbei kann zwischen einer Nacht- und Tagansicht gewechselt werden. Der Ausgangspunkt und das Datum der Beobachtung können gewählt werden.

Mit vielfältigen Einstellungen und Optionen kann man die Anzeige der Himmelskörper und deren Erläuterungen verändern. An die Infos zu einem Objekt gelangt man, wenn man das entsprechende Objekt antippt. Als Unterstützung wird ein kleiner “Zielkreis” angezeigt.

Sternbilder lassen sich zum Beispiel markieren, Landschaften für die Ansicht können definiert werden (aus dem Wald, auf dem Ozean,..) und vieles mehr.

Stellarium - Sternanzeige mit Markierung und Beschriftung

Besonders interessant dürfte die Möglichkeit sein, Scripte zu erstellen und diese wieder ablaufen zu lassen. Einige Scripte sind bereits nach der Installation verfügbar. Ein vorinstalliertes Script zeigt in einem Rundgang zum Beispiel die verschiedenen Landschaften, die man einstellen kann.

Weitere Scripte zeigen eine partielle oder vollständige Mondfinsternis. Der Ablauf dieser Scripte kann zeitlich beschleunigt und verlangsamt werden.

Möchte man sich ganz bestimmte Objekte ansehen, dann kann man diese über eine Suchfunktion ermitteln.

Scheinbar bietet Stellarium auch die Möglichkeit, direkt an Projektoren in einem Planetarium angeschlossen zu werden. Für die Nutzung auf dem WeTab dürfte das aber wahrscheinlich weniger interessant sein.

Leider habe ich von der Materie insgesamt zu wenig Ahnung. Sonst könnte ich für die erfahrenen Sternengucker sicherlich noch ein paar Features aufzählen. Aber wahrscheinlich kennen diejenigen das Programm bereits.

Mit Stellarium kann man sich jedenfalls eine ganze Weile beschäftigen.

Bedienung und Darstellung

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Jungs und Mädels der WeTab GmbH vielleicht bei der Touchbedienung ein wenig nachgeholfen haben. Es scheint aber so, dass sich Stellarium recht gut über den Touchscreen bedienen lässt.

Im unteren und im linken Bildschirmbereich befinden sich versteckte Menüleisten, die man mit einem kleinen “Wisch” anzeigen kann. Über diese Menüs gelangt man entweder in diverse Einstellungsdialoge oder kann direkt verschiedene Funktionen ausführen bzw. Einstellungen über die angezeigten Icons vornehmen.

Stellarium - Einstellungsdialoge

Die Anzeige von Stellarium nutzt den kompletten Bildschirm des WeTab. Auch die Daumennavigation wird von dem Programm überdeckt. Das Anzeigefenster lässt sich aber über ein Icon in der unteren Menüleiste verkleinern bzw. wieder auf den Vollbildmodus einstellen.

Bei manchen Funktionen hatte ich etwas Schwierigkeiten. So habe ich es zum Beispiel nicht immer geschafft, ein laufendes Script zu beenden. Im Vollbildmodus erscheint die Tastatur nicht (z.B. bei der Eingabe eines Suchtextes). Schaltet man die Bildschirmanzeige um, dann wird die Tastatur angezeigt, sobald man in ein Textfeld tippt.

Ich habe auch den Eindruck, dass das Programm einiges an Strom benötigt. Jedenfalls hatte sich das WeTab bei meinen Tests mit dem Programm auf einmal verabschiedet. dabei dachte ich, noch genug Strom für fast 1 Stunde zu haben. Der Hinweisdialog, der sonst zu sehen ist, ist mir auch nicht aufgefallen. Mag sein, dass dieser auch nicht im Vollbildmodus von Stellarium angezeigt wird.

Fazit

Stellarium ist ein gelungenes Programm, welches auch sehr gut mit dem WeTab funktioniert. Wahrscheinlich könnte man sogar mit dem WeTab in der Hand nachts im Garten oder auf dem Balkon sitzen, sich die Sterne am Himmel ansehen und sich über Stellarium die entsprechenden Infos anzeigen lassen.

Wenn ihr es noch nicht ausprobiert habt, dann kann ich dieses Programm wärmstens empfehlen. Will man es jedoch etwas intensiver nutzen, dann wird man sich wohl mal die entsprechende Anleitung etwas genauer ansehen müssen.

So, das war nun die erste Vorstellung des “App der Woche”. Ich hoffe, dass ich damit ungefähr eure Erwartungen getroffen habe. Aber schreibt mir gerne eure Anmerkungen, Verbesserungen usw. in die Kommentare. Ich versuche diese dann beim nächsten Mal mit zu berücksichtigen.

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3 Antworten auf App der Woche – Stellarium

  1. hardy sagt:

    Hallo Jürgen,
    ich finde es super, daß du dich für uns WeTab´ler so reinhängst ! (großes Lob)
    Ich als Neuling in der WeTab Szene konnte deinen Beiträgen schon viele nützliche Tipps entnehmen – Danke dafür.
    Aber gleich noch eine Frage zu den Apps: Wie werden installierte Apps wieder “restlos” vom WeTb entfernt ?

    Gruß hardy

    • Jürgen sagt:

      Hallo Hardy,

      das Deinstallieren von Linuxprogrammen ist leider nicht so einfach. Grundsätzlich nutzt man wohl den Befehl “yum erase”. Ein Problem hierbei ist, dass dabei evtl. noch abhängige Pakete nicht vollständig deinstalliert werden und man diese vorab noch mit z.B. “yum search ” suchen und deinstallieren muss. Allerdings sollte man auch aufpassen, dass man keine Dateien löscht, die noch benötigt werden. Leider funktioniert dies aktuell nur über die Root Shell. Idealerweise sollten die Entwickler die Deinstallation mit dem Löschen eines Widgets von der Pinnwand verknüpfen. Die Meldung, dass dann auch alle Daten gelöscht werden, stimmt jedenfalls nicht.

      Ich muss aber gestehen, dass ich mich damit auch noch nicht beschäftigt habe. Wäre mal ein kleines Tutorial wert. Dazu muss ich aber erst ein paar Test auf dem virtuellen WeTab machen, da ich auch kein Linuxprofi bin.

  2. laksiba sagt:

    hallo danke für den bericht über die stellarium app, hab mir direkt nach deinem bericht das app runtergeladen.
    gruss aus der schweiz

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