Apps für das WeTab – wie ist der aktuelle Stand?

Jeder, der im Moment bereits ein WeTab besitzt, wird eines sicherlich schwer vermissen. Genau, es sind die versprochenen Apps. Aktuell ist die Auswahl an sinnvollen und nutzbaren Apps noch sehr gering.

Der eigene WeTab Market bietet – bis auf wenige Ausnahmen – in erster Linie Bookmarks auf Internetseiten. Unter Apps verstehe ich aber etwas anderes. Auch die Verfügbarkeit von Android lässt auf sich warten. Zurzeit ist immer noch nicht bekannt, wann Android Apps auf dem WeTab funktionieren.

Dabei würde man mit einem Schlag auf einige hundert oder tausend Apps Zugriff haben. Natürlich sind diese noch nicht auf die Größe eines Tablet-PCs ausgerichtet, aber es wäre ein erster Anfang.

Wie die Android Apps konkret auf dem WeTab Aussehen werden, war leider bisher auch noch nicht zu erfahren. Vielleicht gibt es ja eine ähnliche Funktion wie beim iPad. Hier können die Apps gezoomt werden, so dass sie wenigsten den Bildschirm einigermaßen ausfüllen.

Auf native WeTab Apps und Android müssen wir also noch ein wenig warten. Aber gibt es nicht noch andere Quellen, um an Anwendungen für das WeTab zu gelangen?

Doch, die gibt es. Schließlich soll das WeTab ja relativ offen sein.

Adobe Air Apps

Da wäre zunächst die Möglichkeit, Adobe Air Apps zu nutzen. Diese Anwendungen sollen ja vom WeTab unterstützt werden.

Adobe hat für diese Apps natürlich auch einen eigenen Marktplatz, in dem die Programme angeboten werden. Hier findet man schon zahlreiche Applikationen, die grundsätzlich auch auf dem WeTab laufen sollten.

Adobe Air Marketplace (Screenshot)

Ein paar Apps habe ich schon ausprobiert und es funktioniert eigentlich ganz gut. Sehr schön ist, dass man grundsätzlich ohne den sogenannten “Expertenmodus” des WeTab auskommt, denn die Apps lassen sich direkt aus dem Marktplatz von Adobe starten.

Hierbei wird das App zwar auf dem WeTab installiert, man kann aber angeben, dass es direkt gestartet werden soll. Etwas umständlich ist dann der zweite Start. Möchte man ganz ohne Expertenmodus auskommen, so muss man das App nochmals aus dem Market herunter laden.

In der Regel bekommt man dann die Info, dass das App bereits installiert ist. Gleichzeitig kann man dann aber auch angeben, dass man das bereits installierte Programm ausführen will. Möchte man sich den Weg zu dem jeweiligen App etwas abkürzen, sollte man sich einfach ein Bookmark der Seite anlegen, auf der das Air App herunter geladen werden kann.

Wie man diese Apps mit dem Expertenmodus auch ohne Root-Rechte neu starten kann, werde ich in einem eigenen Artikel Schritt für Schritt erläutern.

Portable Apps

Portable Linux Apps -Auszug (Screenshot)

Portable Apps sind Programme, die so vorbereitet wurden, dass man sie nicht installieren muss. Sie werden einfach auf einem USB-Stick oder der lokalen Festplatte gespeichert und können ohne Installation ausgeführt werden.

Für Linux gibt es eine kleine Anzahl von portablen Apps, die zum Teil ganz gut auf dem WeTab funktionieren. Leider kommt man hierbei nicht ohne die Verwendung des Expertenmodus aus. In einem Artikel habe ich bereits erläutert, wie man die portablen Apps auf dem WeTab installieren und starten kann.

Linux Anwendungen

Grundsätzlich laufen auf dem WeTab alle möglichen Linux Anwendungen. Ein bereits installiertes Beispiel ist OpenOffice. Die Installation dieser Anwendungen ist aber im Moment nur über den Expertenmodus und Root-Rechten möglich.

Den Expertenmodus ohne Root-Rechte zu nutzen, mag ja noch in Ordnung sein, da man damit noch nicht soviel kaputt machen kann. Mit dem Root-Modus sollte man aber nur arbeiten, wenn man sich mit Linux einigermaßen auskennt. Schnell hat man sich sein System zerschossen und kann das WeTab nur noch einschicken.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch nicht näher auf entsprechende Anwendungen eingehen.

AppUp Center und MeeGo Apps

MeeGo, das Betriebssystem des WeTab wurde von Nokia und Intel entwickelt. Mit MeeGo sollen Entwickler unabhängig von konkreten Endgeräten Software entwickeln können. Es kann also davon ausgegangen werden, dass bald die ersten Entwickler ihre Apps auf MeeGo portieren werden.

AppUp Center (Screenshot)

Als Entwicklungsumgebung wird Qt verwendet. Dies ist eine C++ Entwicklungsumgebung, mit der es sogar möglich sein sollte iPhone und Android Apps relativ schnell portieren zu können.

Im Moment habe ich jedoch noch keine Apps für MeeGo gefunden. Natürlich wird es auch für solche Apps eine zentrale Anlaufstelle geben. Bei MeeGo gibt es die sogenannte “Garage” in der zukünftig die Apps von Entwicklern zu finden sind.

MeeGo Garage (Screenshot)

Eine weitere Quelle ist das AppUp Center von Intel. Hier gibt es leider im Moment nur einen Client für Moblin, einem Vorgänger von MeeGo. Leider konnte ich auch bei einer Nachfrage bei Intel nur die Aussage erhalten, dass ein Client für MeeGo in Planung ist. Ein Zeitpunkt wurde mir leider nicht genannt.

Asus, wird auch das AppUp Center unterstützen und plant seine Netbooks zukünftig mit dem Center auszurüsten. Hierzu werden auch die Netbooks gehören, die MeeGo als Betriebssystem nutzen.

Es besteht also Hoffnung, das auch bald aus dieser Ecke Apps für das WeTab zur Verfügung stehen.

HTML5 Apps

Nicht unterschätzen sollte man die Möglichkeiten von HTML5. Auch wenn der neue Webstandard zur Erstellung von Internetseiten noch nicht komplett umgesetzt ist, wird man hier bald auch immer mehr Apps finden.

So plant zum Beispiel Google für genau solche Anwendungen einen Marktplatz. Der “Chrome Web Store” soll noch in diesem Jahr Online gehen.

Fazit

Schaut man sich die Möglichkeiten an, die das WeTab für die Installation von Anwendungen bietet, scheint eine schier unglaubliche Auswahl zur Verfügung zu stehen.

Leider hat die Sache im Moment noch mehrere Haken. Android steht noch nicht zur Verfügung und wenn der Market kommen sollte, stellt sich die Frage, wie die Apps auf dem WeTab dargestellt werden. Vorteil der Android Apps ist auf jeden Fall die bereits vorhandene Touch-Bedienung.

Native WeTab Apps werden wahrscheinlich auch noch eine Weile auf sich warten lassen. Nach den letzten Infos wird es voraussichtlich erst im Dezember ein SDK für die Entwickler geben.

Linux Anwendungen lassen sich eigentlich nur als Linux Kenner installieren. Darüber hinaus wird man hier nur sehr wenige Touch-optimierte Anwendungen finden.

Auch bei den Adobe Air Anwendungen, die noch recht gut als “Laie” installiert werden können, dürfte die Bedienung teilweise etwas schwieriger sein.

Interessant werden sicherlich die MeeGo Anwendungen. Sollten bisherige OVI- und Mameo-Apps portiert werden, dann können wir hier zum Teil sehr schöne Apps erwarten. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass iPhone Entwickler ihre Apps in Richtung MeeGo portieren werden. Für die Portierung von iPhone Apps hat Intel auch ein entsprechendes Tool zur Verfügung gestellt.

Gespannt sein darf man auch auf die HTML5 Apps, die es hoffentlich bald in großer Anzahl gibt.

Wir müssen uns also noch ein wenig gedulden, bis wir uns vor Apps nicht mehr retten können. Sobald ich hier neue Infos habe, werdet ihr es auf meinem Blog auf jeden Fall erfahren.

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7 Antworten auf Apps für das WeTab – wie ist der aktuelle Stand?

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  2. flo sagt:

    schade dass es noch so ist, es könnte doch alles so schön sein. habe die gleichen wünsche und hoffnungen und will auch ohne expertenmodus zurecht kommen.

  3. Simon sagt:

    Die Möglichkeit Adobe Air Apps zu installieren ist sehr schön, nur bekomme ich z.B. die App von accuweather nicht deinstalliert… also ich habe es bis jetzt noch nicht hinbekommen. Eine Anleitung hierzu würde ich auch ganz nett finden, wenn schon erwähnt wird, dass man die installieren kann. Und ich möchte, wie mein Vorredner auch, ohne Expertenmodus auskommen (zwecks Softwaregarantie…).

    • Jürgen sagt:

      Zur Installation eines Adobe Air Apps muss man eigentlich nur das Verzeichnis oder die entsprechende Datei löschen. Problematisch ist dies allerdings, wenn man bei der Installation den Pfad nicht geändert hat und das App im Verzeichnis “/opt” gespeichert wurde. Da man hier nur mit Root-Rechten etwas löschen kann, wird man das App im Moment nur über den Expertenmodus mit Adminrechten wieder los. Daher bin ich dazu über gegangen, mir ein eigenes Verzeichnes in meinem Benutzerbereich anzulegen – z.B. “myApps”. Programme, die ich hier installiert habe, kann ich dann ganz einfach mit dem Filemanager wieder löschen.

  4. Simon sagt:

    Nachtrag:
    Am einfachsten bekommt man die Adobe Air Apps aus dem /opt Verzeichnis, wenn man die Apps, obwohl sie schon installiert sind, einfach noch einmal aus dem Adobe Air Marketplace installiert. Die Installationsroutine erkennt, dass schon etwas installiert ist und fragt, ob man erneut installieren oder DEINSTALLIEREN möchte. Wählt man deinstallieren, ist es wieder weg. ganz ohne Rootshell usw.

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