Eigene Widgets auf die Pinnwand legen – mit Screencast

Wie versprochen gibt es heute eine kleine Anleitung, wie man selbst ein Widget bzw. ein Icon auf der Pinnwand installieren kann. Dies soll natürlich dazu dienen, Programme, die man im Moment noch nicht über den Market installieren kann, über die Pinnwand zu starten.

Basis für meine Anleitung sind die Infos aus der WeTab Community. Dort habe ich nun aus den verschiedenen Varianten ein kleines Tool ausgesucht,welches sehr einfach zu bedienen ist.

Trotzdem geht es leider diesmal nicht ganz ohne Root Shell. Zum Glück benötigen wir aber keine Root-Rechte. Ich versuche auch nicht zu sehr auf technische Details einzugehen. Vielmehr ist es das Ziel ein kleines, einfaches Tutorial zu präsentieren, bei dem man nicht viel Hintergrundwissen benötigt und das möglichst reibungslos funktioniert.

Erstmals habe ich auch ein kleines Screencast Video erstellt. Das Video zeigt den kompletten Ablauf auf dem WeTab. Ich hoffe, dass damit die Anleitung noch ein wenig verständlicher wird.

In dem nachfolgenden Tutorial werden wir das Script “PinwandIconCreator” installieren (herzlichen Dank an “waschtl” aus der Community für das Script). Dieses Script nutzen wir dann auch direkt dazu, das Script selbst auf die Pinnwand zu legen. So können wir zukünftig mit wenigen “Klicks” ein Widget erstellen.

In dem Tutorial lernen wir auch noch einen weiteren Dateimanager kennen. Das Programm “Thunar” lässt sich über die RootShell starten. Das ist dann auch das einzige Mal, dass wir die RootShell benötigen. Der Vorteil von “Thunar” ist die Möglichkeit, Programme bzw. Shellscripte direkt zu starten und Dateien das Ausführungs-Recht zu geben. Damit entfällt der Befehl “chmod +x <dateiname>”, den man sonst in der RootShell ausführen müsste.

Bei Thunar kann man die Ansicht ändern, was eigentlich ganz hilfreich ist. An den Symbolen kann man nämlich nicht erkennen, ob es sich um eine Datei oder ein Verzeichnis handelt. Irgendwie gibt es in der Detailansicht aber immer wieder Probleme, dass man einen Datei nicht auswählen kann. Der Fehler wird behoben, in dem man die Ansicht nochmals wechselt. Im Video ist das an einigen Stellen zu sehen.

Die Vorbereitung

Ein Bild besorgen

Leider gibt es im Moment noch nicht die Möglichkeit, aus dem Browser heraus Bilder zu speichern. Daher sollte man sich ein Bild für die Pinnwand von seinem PC aus herunter laden und mittels USB Stick auf das WeTab kopieren.

AddWidget Pinnwand Icon (Quelle: WeTab Community, Thorsten1867)

Geeignete Bilder für seine Pinnwand findet man auch in der Community. Dort gibt es einen Thread, wo diese Bilder gesammelt werden. Natürlich kann man sich ein passendes Bild auch selbst erstellen. Die Bilder sollten dann eine Größe von 168 x 105 Pixel haben.

In der aktuellen Version 0.6 von “PinwandIconCreator” ist aber auch schon ein Bild enthalten, welches wir verwenden können.

Das Script PinwandIconCreator besorgen

Tut Widget - Script herunter laden

Das Script “PinwandIconCreator” ist im Bereich “Tipps und Tricks” im Community Forum zu finden. Die aktuellste Version findet ihr also immer dort und könnt diese vom WeTab aus mit dem Browser herunter laden. Die entsprechende Datei landet dann im Verzeichnis “Download”.

Alles an den richtigen Ort bringen

Damit man seine Programme, Bilder für die Pinnwand und sonstige Scripte immer wieder findet, würde ich ein entsprechendes Verzeichnis hierfür erstellen. Bei mir habe ich mit dem Filebrowser zunächst das Verzeichnis “myapps” erstellt. Hier sollen alle Programme später gespeichert werden. Als Unterordner habe ich noch das Verzeichnis “scripte” angelegt. Hier werde ich evtl. notwendige Linux Scripte ablegen.

Tut Widget - Verzeichnisse anlegen

Weiterhin habe ich das Verzeichnis “icons” innerhalb “myapps” angelegt. Hier werde ich alle meine Icons für die Pinnwand speichern. Als erstes sollten wir nun also schon mal das ausgesuchte Bild mittels Filebrowser in das Verzeichnis “myapps/icons” speichern, wenn wir nicht das Bild aus dem bereitgestellten Script verwenden wollen.

Damit man das ganze Tutorial komplett durchführen kann, sollte man sich auch noch mindestens das Bild für “Thunar” besorgen. Dieses Programm legen wir nämlich auch noch auf die Pinnwand.

Nun müssen wir die Script-Dateien vom PinwandIconCreator entpacken und in das Verzeichnis “myapps/icons” verschieben. Die bereits im Download-Verzeichnis liegende Datei ist eine “tar”-Datei. Das ist quasi eine “zip-Datei”, wie man sie z.B. unter Windows kennt.

Entpackt werden muss die Datei normalerweise mit Hilfe der RootShell und dem Kommando “tar -xf <archivdatei>”. Da wir die RootShell ja möglichst wenig benutzen wollen, starten wir nun “Thunar” über die RootShell. [UPDATE: Seit dem es den WeTab AppLauncher gibt, kann man Thunar nun auch ohne RootShell nutzen]

Nach dem Start der RootShell, die wir hoffentlich schon über den Market installiert haben, geben wir den Befehl “thunar” ein. Es erscheint der Dateimanager in dem wir dann in das Verzeichnis “Downloads” wechseln.

Dort sollte die herunter geladene tar-Datei zu finden sein. Nun können wir mit einem “Doppeltouch” die Datei aufrufen. Da Thunar noch nicht weiß, wie es mit einer tar-Datei umgehen soll, erscheint ein Dialog mit diversen Programmen. Auch so etwas kennt man von Windows, wenn man unbekannte Dateien öffnen möchte.

In diesem Dialog habe ich nun, über einen Button am unteren Ende des Dialogs, die Möglichkeit einen eigenen Befehl einzugeben. Hier geben wir “tar -xf” ein. Ich glaube zwar, dass die Optionen nicht von Thunar erkannt bzw. gespeichert werden. Aber es funktioniert trotzdem.

Tut Widget - Archiv mit Thunar entpacken

Nachdem der Befehl ausgeführt wurde, sollte ein neues Verzeichnis erscheinen. Ab diesem Zeitpunkt hat sich Thunar auch gemerkt, wie man mit tar-Dateien ausführt. Deshalb zeige ich im Video den Weg über das “Datei-Menü”. Hierüber kann ich eine ausführbare Datei starten bzw. mit einem verknüpften Befehl ausführen. Es funktioniert aber auch immer der “Doppeltouch” (wenn er denn erkannt wird).

Nun wollen wir das entpackte Verzeichnis “PinwandIconCreator” in unser Sciptverzeichnis verschieben. Hierzu nutzen wir die Aktionen “Ausschneiden/Einfügen”. Ich denke, dass ich das nicht näher erklären muss.

Jetzt sollten wir uns ja in unserem Scriptverzeichnis (bei mir “myapps/scripte”) befinden und gehen in das hierhin verschobene Verzeichnis “PinwandIconCreator”. Hier finden wir drei Dateien. Die Datei “AddWidget.png” ist das benötigte Bild für die Pinnwand. Die Datei “GUI.glade” wird von dem eigentlich Script “main.py” benötigt und muss uns nicht weiter interessieren.

Das Script ist in der Programmiersprache Python geschrieben. Daher die Endung “.py”. Die Scriptdatei “main.py” müssen wir nun ausführbar machen. Hierzu markieren wir die Datei und wählen im Menü “Datei” den Punkt “Eigenschaften” aus. In dem Dialog gehen wir dann auf den Reiter “Berechtigungen” und setzen den Haken bei “Programm”.

Nun ist alles vorbereitet und das Programm kann benutzt werden.

Bedienung des PinwandIconCreator

Das Programm können wir nun mit einem “Doppeltouch” auf “main.py” starten. Es sollte eine kleine Dialogbox mit drei Eingabefeldern erscheinen. Eine kleine Hilfe ist in dem Programm auch eingebaut. Mit den Button “Zeile löschen” kann man einen evtl. fehlerhaften Eintrag in den entsprechenden Eingabefeldern wieder löschen.

Für die Erstellung eines Pinnwand Widgets werden drei Informationen benötigen. Zunächst muss man natürlich definieren, welches Programm oder Script ausgeführt werden soll. Dies geschieht mittels eines Dateidialogs, in dem man das entsprechende Programm auswählen kann.

Wenn wir nun also unser neu installiertes Script auf die Pinnwand legen wollen, wählen wir die Datei “main.py” aus unserem Verzeichnis “myapps/scripte/PinwandIconCreator” aus.

Tut Widget - Script ausführen und auf Pinnwand legen

Als nächste Information müssen wir das Bild auswählen, welches auf der Pinnwand als Icon erscheinen soll. Wieder nutzen wir den entsprechenden Dateiauswahldialog und wählen das gewünschte Bild aus.

Schließlich müssen wir noch einen Namen für das Widget angeben. Dieser Name darf nur einmal vorkommen. Es gibt aber eine Fehlermeldung, wenn man einen bereits bestehenden Namen erfasst. Damit sind dann alle Informationen vollständig.

Vorab könnte man nun nochmals testen, ob man das Programm, welches man eingetragen hat, auch wirklich gestartet wird. Hierzu kann man den Button “Programmaufruf testen” verwenden.

Probleme kann es geben, wenn Leerzeichen im Programmnamen sind. Das kommt durchaus häufiger vor. In diesem Fall empfehle ich den Programmnamen nach einem Download oder dem Speichern ins “myapps”-Verzeichnis so umzubenennen, dass keine Leerzeichen enthalten sind.

Nun müssen wir nur noch den Button “Eintrag auf Pinnwand erstellen” betätigen. In diesem Moment prüft das Script nochmals, ob für das eingetragene Programm ein kompletter Pfad angegeben ist. Ist dies nicht der Fall, erscheint eine Warnmeldung.

Tut Widget - Pinnwand neu starten

Bei Linuxkommandos benötigt man zum Beispiel keine Pfadangabe, da diese in bekannten Systempfaden zu finden sind. Ist dies der Fall, kann man die Warnung ignorieren. Sonst hat man nochmals die Möglichkeit, das eingetragene Programm anzupassen.

Schließlich erscheint die Meldung, dass das Widget auf der Pinnwand installiert wird. Hierbei wird gleichzeitig gefragt, ob die Pinnwand neu gestartet werden soll. Ein Widget erscheint nämlich nur, wenn die Pinnwand neu gestartet wird.

Legt man nur ein Widget an, dann kann man diese jetzt direkt starten. Möchte man noch weitere Widgets hinzufügen, sollte man den Neustart vielleicht eher beim letzten Widget durchführen.

Wenn nun alles richtig gemacht wurde, sollte das Icon zum Start des Scripts “PinwandIconCreator” auf der Pinnwand zu sehen sein.

Thunar auf die Pinnwand legen

Zum Schluss können wir nun den Dateimanager Thunar noch auf die Pinnwand legen. Dann brauchen wir zukünftig für den Aufruf des Dateimanagers auch nicht mehr die RootShell.

Tut Widget - Das Widget ist installiert

Starten wir nun also unser Script mit dem gerade angelegten Pinnwand Widget. Bei “Programm” geben wir nun “thunar” ein, wählen ein entsprechendes Bild aus und benamen das Widget mit “Thunar”.

Jetzt werden wir auch die Meldung mit der “Pfadabfrage” sehen, die wir mit “Ja” beantworten können. Nach dem Neustart der Pinnwand liegt das Thunar-Icon nun auch auf der Pinnwand und wir können den Dateimanager zukünftig über die Pinnwand aufrufen.

Ich hoffe, dass das Tutorial nicht zu ausführlich und einigermaßen verständlich war. Zukünftig muss ich ja auf bekannte Themen nicht mehr so detailliert eingehen. Zu Beginn wollte ich aber insbesondere für die Linux-Laien lieber etwas detaillierte Ausführungen machen.

Das ganze Tutorial kann man sich nun noch in dem nachfolgenden Screencast anschauen. Den habe ich übrigens mittels Teamviewer und dem Magix Video Deluxe Programm von meinem PC aus erstellt. Es scheint ganz gut zu funktionieren und dürfte besser sein, als ein abgefilmtes WeTab.

Viel Spaß damit.

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11 Antworten auf Eigene Widgets auf die Pinnwand legen – mit Screencast

  1. Achim sagt:

    Toll und meine Hochachtung. Für die Mühe und den echten Nutzen!

  2. Simon sagt:

    Hallo,

    sehr schöner Artikel mal wieder… ich lese hier immer wieder gerne.
    Werde es heute Nachmittag gleich ausprobieren (…als absoluter Laie!).

    Eine Frage habe ich mir aber gleich gestellt:
    Wie kann ich das wieder rückgängig machen? Wenn ich z.B. ein Programm nicht mehr haben möchte. Könnte ja sein, dass die Wetab GmbH das Programm, das ich nach dieser Methode “installiert” habe, noch offiziell auf dem Marktplatz nachliefert.

    • Jürgen sagt:

      Solange man Programme von z.B. Adobe Air, portable Linux Apps oder selbstgeschriebene Scripte “installiert”, kann man diese ganz einfach wieder aus dem Verzeichnis löschen. Das entsprechende Widget kann man ganz normal über die “Anpassen”-Funktion wieder entfernen. Programme, die man mittels dem Linux Kommando yum installiert müsste man normalerweise mittels “yum remove ” wieder deinstallieren können.

  3. Alex sagt:

    Danke für deine Mühe! Das liebe ich so am WeTab! Die Community!

  4. Jens sagt:

    Hallo Jürgen,
    vielen Dank für die sehr gute Anleitung! Hat auch bei mir als Linux-Laie funktioniert. Dein Blog ist auch sonst sehr hilfreich, um Infos zum Wetab zu erhalten – tolle Sache!

  5. Pingback: AppLauncher als Ersatz für die Root Shell | Das WeTab Blog

  6. Pingback: Vom WeTab auf Netzwerk-Laufwerke zugreifen | Das WeTab Blog

  7. Thurm sagt:

    Vielen Dank für die Mühe. Die Community ist echt spitze!!! :-)

  8. Martin sagt:

    Hi Jürgen,
    Deine Anleitungen sind echt super! Vielen Dank.
    Bei dieser Anleitung könnte man vielleicht einen Nachtrag im Text hinzufügen: seit es den applauncher im wetab marketplace gibt, kann man thunar auch darüber starten. Dann braucht man die shell gar nicht mehr.

  9. Guido sagt:

    Hallo Jürgen,

    auch ich möchte mich meinen vielen Vorrednern anschließen und ich für die viele und vor allem aufschlussreiche Arbeit bedanken, die Du Dir in diesem Blog für uns machst!!!

    Herzliche Grüße aus Würzburg sendet Guido

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