Vom WeTab auf Netzwerk-Laufwerke zugreifen

So, da bin ich endlich wieder. Nachdem ich letzte Woche ein paar Tage auf Mauritius verbracht habe, bin ich nicht mehr dazu gekommen, ein paar Artikel über das WeTab zu verfassen. Ich hoffe, ihr habt das verkraftet ;-) .

Als kleine Entschädigung möchte ich daher heute ein Thema aufgreifen, welches wahrscheinlich jeden WeTab Nutzer irgendwann einmal beschäftigt. Wer zu Hause ein Netzwerk eingerichtet hat oder vielleicht sogar ein NAS Laufwerk einsetzt, möchte natürlich auch von seinem WeTab aus darauf zugreifen.

Leider ist das Thema Linux und Netzwerkanbindung nicht so ganz einfach. Als relativer Linuxlaie habe ich wieder mal nach einem möglichst einfachen Weg gesucht. Diesmal geht es aber nicht ganz ohne die Root Shell und ein paar Installationsbefehlen.

Als Basis für meine Erläuterungen verwende ich ein Netzwerk mit Windows 7 Rechnern und einer Fritzbox 7390. Die Fritzbox habe ich vor ein paar Tagen erst bei mir eingerichtet. Ich werde also den Aufbau einer Verbindung zum Fritzbox NAS und zu einem Windows 7 Rechner erläutern und hoffe, dass dies eine gute Basis für eure Umgebungen ist.

Windows Rechner vorbereiten

Bevor wir das WeTab mit dem übrigen Netzwerk verbinden können, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Bei meinen ersten Versuchen, mich mit einem Windows 7 Rechner zu verbinden, bin ich immer wieder auf Probleme gestoßen.

Schließlich habe ich heraus gefunden, dass dies scheinbar daran liegt, dass ich auf meinem Rechner keinen Benutzer mittels Passwort angelegt habe. Es ist nur ein Benutzer ohne Passwort definiert und Windows startet sofort, ohne dass ich mich anmelden muss. Dies dürfte wahrscheinlich bei den meisten Heimrechnern ähnlich sein.

Nachdem ich über das “Netzwerk- und Freigabecenter” den Netzwerkzugriff so geändert hatte, dass kein Passwort mehr für den Netzwerkzugriff benötigt wird, konnte ich auch vom WeTab auf den Rechner zugreifen.

Windows Freigabe Einstellungen

In das “Netzwerk- und Freigabecenter” gelangt man am einfachsten mit einem Rechtsklick auf das Netzwerksymbol in der Taskleiste. Hier wählt man den Link “Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern” aus.

Die wichtigste Änderung, die ich hier vorgenommen habe, war die Option “Kennwortgeschützes Freigeben”. Diese Option habe ich ausgeschaltet. Darüber hinaus sollte die “Netzwerkkennung” eingeschaltet und die “Datei- und Druckfreigabe” aktiviert sein. Dies dürfte wahrscheinlich aber schon der Fall sein, wenn man ein privates Heimnetz eingerichtet hat.

WeTab vorbereiten

Auf dem WeTab müssen wir zwei Dinge vorbereiten. Im ersten Schritt installieren wir den Dateimanager “Nautilus”. Dieser Dateimanager ist in der Lage sich mit anderen Netzwerken zu verbinden, so dass wir dafür nicht mit irgendwelchen Linux-Befehlen hantieren müssen.

Im zweiten Schritt müssen wir dann einen sogenannten Samba-Client auf dem WeTab installieren. Dieser dient dazu, sich von einem Linux Rechner mit einem Windows-Netzwerk verbinden zu können.

Für beide Aktionen müssen wir leider die Root-Shell benutzen und uns hierbei auch als “Root” anmelden. Bei dem Installationsbefehl “yum”, der hierzu benötigt wird, besteht aber in der Regel keine größere Gefahr. Die zu installierenden Befehle habe ich mir aus der WeTab-Community zusammen gesucht. Da ich kein Linux-Profi bin, könnte es sein, dass nicht wirklich alle angegeben Pakete installiert werden müssen.

Wir starten also zunächst die Root-Shell und geben nacheinander die folgenden Installationsbefehle an. Bei der Verwendung von “sudo yum” wird man nach dem root-Passwort gefragt. Verwendet man den Befehl “sudo” erstmalig, dann wird das eingegebene Passwort gespeichert und für zukünftige aufrufe verwendet.

Wenn man den Befehl also schon einmal verwendet hat, dann hat man sich das entsprechende Passwort hoffentlich gemerkt!

Nautilus installieren

Nautilus Icon

Nautilus installieren wir mit dem Befehl: “sudo yum install nautilus”. Nachdem alles installiert ist, sollte man sich Nautilus am besten wieder auf die Pinnwand legen. Wer keinen Zugriff auf die WeTab-Community hat, dem habe ich das entsprechende Icon hier zur Verfügung gestellt.

Samba-Client installieren

Zur Installation des Samba-Client sollte man folgende Pakete installieren:

sudo yum search smb (bin mir nicht sicher, ob man den Befehl tatsächlich benötigt. Er scheint nur zu prüfen, ob die Pakete auf dem WeTab sind)

sudo yum install samba-client.i586

sudo yum install samba.i586

sudo yum install gvfs-smb.i586

Nun können wir die Root-Shell wieder verlassen.

Netzlaufwerke verbinden

WeTab - Applauncher

Am besten sollte man nun sein WeTab neu starten. Nach dem Neustart rufen wir den Dateimanager Nautilus auf. Wenn man Nautilus nicht auf die Pinnwand gelegt hat, kann man den Dateimanager auch mit dem WeTab Applauncher starten. Hier findet man “Nautilus” unter dem Namen “Datei-Browser”.

Man sollte sich nicht wundern, wenn sich beim Aufruf von Nautilus der Hintergrund ändert. Bei mir scheint Nautilus einen eigenen Desktop zu starten. Bedient man kurz die rechte Daumennavigation und wechselt dann wieder in das Fenster von Nautilus ist dieser Hintergrund aber auch wieder weg.

Windows Rechner verbinden

In Nautilus findet man auf der linken Seite eine Spalte mit “Orten”. Ein Eintrag davon heißt “Netzwerk”. Diesen wählen wir nun aus. Nun sollte hoffentlich ein Eintrag “Windows-Netzwerk” sichtbar werden.

Diesen “Ordner” wählen wir mit einem “Doppeltouch” aus. Nun dauert es meist eine Weile bis Nautilus eine Verbindung aufgebaut hat. Manchmal kommen auch bei der Auswahl von “Netzwerk” schon Fehlermeldungen. Wechselt man aber zwischen den Orten oder tippt mehrmals “Netzwerk” an, dann funktioniert es meist irgendwann.

Schließlich sollte die Anzeige der Windowsgruppe erfolgen. Bei der Einrichtung eines PCs mit Windows wird jedem PC in der Regel ein Name vergeben und eine Gruppe zugeordnet. Standard ist, glaube ich, “workgroup”. Meine Gruppe habe ich “MSHEIMNETZ” genannt. Es erscheint also ein Eintrag “MSHEIMNETZ”.

Nautilus zeigt das Windows Netzwerk an

Bei einem nochmaligen “Doppeltouch” sollte man nun auf die Windows-Rechner im Netzwerk zugreifen können. Auch dieser Vorgang dauert manchmal etwas länger.  Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass die Verbindung nicht so gut funktioniert, wenn ich mehrere Windows Rechner gleichzeitig im Netz hatte.

Funktioniert dieser Weg trotz aller Versuche nicht, sollte man versuchen, sich direkt mit einem PC über die IP-Adresse des PCs zu verbinden (siehe nächster Abschnitt).

Hat man es endlich geschafft, auf den PC zuzugreifen, dann sollte man sich für die Verzeichnisse, auf die man zugreifen möchte, ein Lesezeichen anzulegen. Dies macht man, in dem man auf das Verzeichnis geht und im Menü “Lesezeichnen” ein Lesezeichen hinzufügt.

Findet man nicht den gewünschten Ordner auf dem Windows-Rechner, sollte man überprüfen, ob man den Ordner auf dem PC auch wirklich frei gegeben hat. Normalerweise sollte man aber auf jeden Fall die öffentlichen Ordner des Rechners sehen.

NAS einbinden

Möchte man eine Netzwerk-Festplatte einrichten, dann kann man dies mit dem Befehl “Server verbinden” in Nautilus machen. In meinem Beispiel möchte ich mit dem Fritzbox-NAS verbinden. Meine Fritzbox hat die IP-Adresse “192.168.2.1″. Weiterhin habe ich kein Passwort für den Zugriff auf der Fritzbox eingerichtet.

Wir rufen also den Befehl über das Menü “Datei” in Nautilus auf. Es erscheint ein Dialog, in dem wir den “Dienste-Typ” zunächst auf “Windows-Freigabe” einstellen. Im nächsten Schritt geben wir die IP-Adresse des NAS-Laufwerks ein. In meinem Fall also “192.168.2.1″.

Nach einer “kleinen” Wartezeit sollte dann ein neues Fenster erscheinen, in dem das oberste Verzeichnis des NAS angezeigt wird. Wieder sollte man sich ein Lesezeichen anlegen. Damit scheint ein Verbindung beim nächsten Start des WeTab einfacher zu funktionieren.

Schlußbemerkung

Öffentliche Ordner des Windows PC

Irgendwie scheint es ein großes Problem zu sein, das WeTab in das Heimnetz sinnvoll zu integrieren. Beim Test und der Vorbereitung zu diesem Artikel habe ich immer wieder damit gekämpft, eine Verbindung herzustellen. Ich möchte nicht ausschliessen, dass dies auch an der speziellen Konfiguration meines Heimnetzes liegt.

Da ich aber gerade einen komplett neuen Windows PC aufgesetzt und mit der Fritzbox einen neuen Router installiert habe, sollte eine Anbindung doch eigentlich gut möglich sein.

Meist klappt die Verbindung, wenn man den Befehl “mit dem Server verbinden” nutzt. Manchmal erscheint hier auch eine Fehlermeldung, dass die Orte nicht eingebunden werden können. Trotzdem funktioniert die Anbindung dann.

Ich hoffe ihr habt mehr Glück damit. Übrigens sind die eingebundenen Laufwerke scheinbar in jedem Programm über die Dateiauswahl erreichbar. Nur der WeTab Filebrowser zeigt diese Laufwerke nicht an. Er kann mit meiner Vorgehensweise also nicht für den Zugriff auf Netzlaufwerke genutzt werden.

Aber mit Nautilus und Thunar sollte man eigentlich auch gut klar kommen.

Nachfolgend habe ich wieder versucht, ein Hand on Video zu erstellen. Hier wird die Einbindung der Netzlaufwerke mit Nautilus gezeigt. Leider hat hierbei der Zugriff auf den Windows PC wieder nicht funktioniert, so dass dieser nur über den Weg der IP-Adresse eingebunden werden konnte.

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4 Antworten auf Vom WeTab auf Netzwerk-Laufwerke zugreifen

  1. Thomas sagt:

    Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, hat auf anhieb geklappt, wie alles auf dieser Seite (was ich probiert habe).

    Weiter so

    Thomas

  2. Carsten sagt:

    Hi.
    Zunächst, super Seite und Danke für schon viele Tipps.
    Vielleicht kannst du mir bei meinem aktuellen Problem helfen. Seit dem heutigen Update gibt es ja die Druckerunterstützung. Ich habe als Netzwerkdrucker mit eigener IP einen Epson Stylus Office bx 625 fwd angeschlossen. Das Tab findet ihn zwar, ich kann ihn aber nicht installieren. Finde keinen richtien Treiber. Hast du vielleicht eine Idee?
    Vielen Dank

    • Jürgen sagt:

      Mit der Druckerinstallation hatte ich schon einmal herum getestet, als diese noch nicht über das “Info-Menü” erreichbar war. Leider werden meine Druckertreiber auch nicht angeboten. Ich werde mir das Thema für’s Wochenende nochmals vornehmen. Das Problem scheint grundsätzlich die Verfügbarkeit von Druckertreibern für Linuxsysteme zu sein. Die Installation zusätzlicher Geräte scheint unter Linux insgesamt noch nicht so toll unterstützt zu werden. Unter Windows ist so etwas jedenfalls viel einfacher.

  3. Swoba sagt:

    Moin,

    bin gerade erst auf diese Seite gestoßen .. Super Tutorials .. Danke!

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